Lesung mit Live-Piano: „Integration. Ein Kurs.“
Andrea Jennert (Briefroman, unveröffentlicht)

24. Februar, 19 Uhr

Eine Frau mittleren Alters setzt sich nach zwei Umzügen mit einem Neuanfang auseinander. Nicht nur die Wohnung, die Stadt, die Umgebung, auch ihre berufliche Tätigkeit ist völlig neu. Sie hat viele Jahre als Musikerin gearbeitet, macht aber nun ihr zweites Studienfach, die deutsche Sprache, zum Beruf und unterrichtet einen Integrationskurs. Aus Liebe zur Sprache, aus Liebe zu den traumatisierten Menschen, die neuen Heimatboden suchen, aus dem Gefühl heraus, das tun zu müssen, was jetzt so dringend dran ist, startet sie zusammen mit vielen zumeist sehr jungen Kolleginnen in diesen Job. Der ist alles andere als leicht, und sie spürt, dass nicht nur ihre Schüler sich in eine neue Umgebung integrieren müssen. Für sie persönlich ist es auch die neue Orientierung in der Welt der zweiten Lebenshälfte inmitten neuer Grenzen, ihre Kraft, ihre Gesundheit und ihre Gefühle betreffend.

Gleichzeitig ist sie erstaunt, wie heiß das Eisen ist, mit dem sie nun täglich umgeht, sowohl von offizieller Seite als auch in der Wahrnehmung ihrer Mitmenschen. Und im Kurs ist jeder Tag anders, die Gefühle fahren Achterbahn…

 Andrea Jennert hat mehrere Bücher geschrieben (u.a. den Lyrik-Kunstband „Yomahr“ oder den Debussy-Roman „La Mer“) Für eines ihrer Hörstücke („Ich hätte sie so gern geliebt“, SWR 2, 2003) erhielt sie den Ravensburger Medienpreis für Hörfunk 2003. Sie ist Jahrgang 1962, hat Musik und Germanistik studiert und ist seit 1993 freiberufliche Autorin und Klavierlehrerin, von 1999 bis 2013 in Borkwalde. Nach drei Jahren in Barth an der Ostsee wohnt sie seit 2016 in Potsdam. Die Idee für den Briefroman kam ihr in den verschiedenen Flüchtlingskursen, die sie inzwischen hielt.

Die Lesung findet im Rahmen der märkischen Literaturtage statt. Das komplette Programm können Sie hier herunterladen (Flyer MLT 2017, 4 MB).